Zwischen Traum und Weltspitze
Noè Ponti zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Schwimmern seiner Generation. Im Interview gibt er persönliche Einblicke in seinen Weg an die Weltspitze, spricht über Rückschläge, Nachhaltigkeit und erklärt, weshalb ihn die Partnerschaft mit NeoVac überzeugt.
Mit sechs Jahren bist du zum ersten Mal ins Schwimmbecken gestiegen. Heute gehörst du zur Weltspitze. Wenn du dem sechsjährigen Noè heute am Beckenrand begegnen würdest: Was würdest du ihm mit auf den Weg geben?
Ich würde ihm sagen, dass er Spass haben und jeden Moment geniessen soll. Dass er seinen Träumen und seiner Leidenschaft folgen und sich grosse Ziele setzen darf. Gleichzeitig würde ich ihm mitgeben, immer an sich zu glauben und nie aufzugeben, auch wenn der Weg nicht immer einfach ist.
Ausserdem würde ich ihm raten, in allem, was er macht, sein Bestes zu geben – im Schwimmbecken, in der Schule und auch im Alltag. Es ist wichtig, engagiert zu sein und offen für neue Erfahrungen zu bleiben.
Ein weiterer Rat wäre, auf die Menschen zu hören, die mehr Erfahrung haben und ihn unterstützen möchten. Eltern, Trainerinnen und Trainer oder andere Bezugspersonen können wertvolle Ratschläge geben, die einem helfen, sich weiterzuentwickeln.
Und vor allem würde ich ihm sagen: Hab Freude an dem, was du tust. Wenn man mit Leidenschaft arbeitet, an seine Ziele glaubt und bereit ist, dafür zu kämpfen, können Träume tatsächlich Wirklichkeit werden.
Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass dein Traum von einer Karriere als Spitzenschwimmer Realität werden könnte?
Ich glaube, dieser Gedanke ist mit der Zeit gewachsen. Als ich begann, auf internationaler Juniorenebene gute Resultate zu erzielen, wurde mir bewusst, dass ich vielleicht auch bei den Erwachsenen erfolgreich sein könnte.
Ein wichtiger Moment war für mich das Jahr 2019, als ich Gold an den Junioren-Europameisterschaften gewann. Ab diesem Zeitpunkt war die Qualifikation für die Olympischen Spiele nicht mehr nur ein Traum, sondern ein konkretes Ziel. Ich wusste, dass ich das Potenzial hatte, es zu schaffen, und genau das ist dann auch passiert. Während der Saison 2020/21 konnte ich mehrfach zeigen, dass ich mich sportlich sehr gut entwickelt hatte. Dadurch wuchs mein Vertrauen, dass eine olympische Finalteilnahme möglich sein könnte. In einem Finale kann natürlich immer alles passieren, aber ich hatte Vertrauen in meine Fähigkeiten. Am Ende durfte ich sogar eine olympische Medaille gewinnen.
Rückblickend würde ich sagen, dass ich während meiner Jugendzeit, als ich an Junioren-Europaund Weltmeisterschaften teilnahm, langsam realisierte, dass die Olympischen Spiele eines Tages erreichbar sein könnten – und vielleicht sogar als
Athlet, der vorne mitkämpfen kann.
Welcher Moment deiner Karriere hat dich bisher am meisten geprägt?
Es gibt viele Momente in meiner Karriere, die mich geprägt haben – sowohl positive als auch schwierige. Wenn ich an einen besonders schwierigen Moment denke, dann sind das die Weltmeisterschaften 2023 in Fukuoka. Dort lief vieles nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, und die Enttäuschung war gross. Rückblickend war diese Erfahrung aber sehr wichtig für mich. Sie hat mich dazu gebracht, mich weiterzuentwickeln, noch härter zu arbeiten und gestärkt zurückzukommen. Viele meiner späteren Erfolge haben ihren Ursprung in den Lehren, die ich aus dieser schwierigen Phase gezogen habe.
Wenn ich hingegen einen positiven Moment nennen müsste, dann wäre das ohne Zweifel die Bronzemedaille an den Olympischen Spielen in Tokio. Dieser Erfolg hat mein Leben und meine Karriere verändert. Er hat mir gezeigt, dass ich auf
höchstem internationalen Niveau mithalten kann, und hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Deshalb würde ich sagen, dass mich Fukuoka 2023 als Mensch und Athlet besonders geprägt hat, während Tokio 2021 der Moment war, der meine Karriere am stärksten positiv beeinflusst und ihr einen entscheidenden Schub gegeben hat.
Wie sieht eine Trainingswoche kurz vor einem grossen Wettkampf aus?
Kurz vor einem grossen Wettkampf wird das Training etwas ruhiger. Ich trainiere grundsätzlich gleich oft wie sonst, sowohl im Wasser als auch im Kraftraum, aber die Belastung wird reduziert.
Der Fokus liegt mehr auf der Geschwindigkeit und darauf, dem Körper genügend Erholung zu geben. Regeneration wird in dieser Phase besonders wichtig, damit man am Wettkampftag bereit ist.
Hast du vor Wettkämpfen ein bestimmtes Ritual?
Nein, eigentlich habe ich keine besonderen Rituale vor Wettkämpfen. Ich gehe meistens noch einmal auf die Toilette, bevor ich in den Call Room gehe, und direkt vor dem Start mache ich ein paar Bewegungen oder leichte Dehnübungen, um wach zu werden und mich auf das Rennen zu fokussieren.
Mein Einschwimmen ist normalerweise immer sehr ähnlich, aber abgesehen davon habe ich keine festen Rituale.
Wie sieht ein perfekter Tag aus, wenn gerade keine Wettkämpfe anstehen?
Ein perfekter Tag wäre für mich, am Morgen trainieren zu gehen, im Wasser und vielleicht auch noch im Kraftraum. Danach ein gutes Mittagessen, etwas Erholung am Nachmittag und später Zeit mit meiner Freundin, meiner Familie oder Freunden zu verbringen.
Im Sommer wäre es natürlich ideal, an den See oder an den Strand zu gehen, die Sonne zu geniessen und einfach etwas zu entspannen. Das wäre für mich ein wirklich schöner Tag. Vielleicht ein Tag wie ein typischer Samstag, an dem ich nur einmal trainiere und danach etwas mehr Freizeit habe.
Wer inspiriert dich ausserhalb des Sports?
Ausserhalb des Sports inspirieren mich vor allem Menschen aus meinem persönlichen Umfeld. Besonders meine Eltern haben mich immer geprägt, weil sie mir Werte wie Disziplin, Respekt und Bodenständigkeit vermittelt haben.
Generell bewundere ich Menschen, die mit Leidenschaft an ihren Zielen arbeiten, unabhängig davon, in welchem Bereich sie tätig sind. Es müssen nicht unbedingt berühmte Persönlichkeiten sein – oft sind es Menschen im Alltag, von denen man viel lernen kann.
Wenn du einen Tag lang eine andere Sportart auf Profi-Niveau ausüben könntest – welche wäre das?
Ohne lange nachzudenken würde ich Tennis wählen. Es gibt viele Sportarten, die mich faszinieren, aber Tennis hat mich schon immer begeistert. Ich verfolge den Sport gerne und finde die Mischung aus Technik, Athletik und mentaler Stärke sehr spannend.
Wenn ich eine zweite Sportart nennen dürfte, dann wäre es wahrscheinlich Surfen. Als Schwimmer habe ich natürlich eine besondere Verbindung zum Wasser, und die Vorstellung, auf den Wellen unterwegs zu sein, finde ich unglaublich faszinierend. Dieses Gefühl, mitten im Meer zu sein und die Kraft der Natur direkt zu erleben, muss etwas ganz Besonderes sein.
Wenn ich mich aber für nur eine Sportart entscheiden müsste, wäre es Tennis.
Als Schwimmer bist du täglich mit dem Element Wasser verbunden. Hat das deinen Blick auf Ressourcen und Nachhaltigkeit verändert?
Ja, auf jeden Fall. Grundsätzlich war Nachhaltigkeit in meiner Familie schon immer ein Thema, deshalb habe ich mich bereits früh damit beschäftigt. Wasser ist für uns Menschen eine unglaublich wichtige und wertvolle Ressource, die wir oft als selbstverständlich ansehen.
Durch das Schwimmen verbringe ich natürlich jeden Tag sehr viel Zeit im Wasser. Ich würde nicht sagen, dass das meine Sicht auf Nachhaltigkeit komplett verändert hat, aber es hat mich sicherlich noch bewusster gemacht. Man denkt häufiger darüber nach, wie wichtig Wasser ist und dass nicht alle Menschen auf der Welt so privilegiert sind wie wir. Deshalb versuche ich, im Alltag verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen und meinen Teil dazu beizutragen.
Bei Partnerschaften ist Authentizität wichtig. Warum fühlt sich die Zusammenarbeit mit NeoVac für dich richtig an?
Für mich ist Authentizität in einer Partnerschaft sehr wichtig. Deshalb arbeite ich nur mit Unternehmen zusammen, hinter denen ich wirklich stehen kann. Bei NeoVac passt das sehr gut, weil wir ähnliche Werte teilen. Themen wie Verantwortung,
Nachhaltigkeit und ein bewusster Umgang mit Ressourcen werden dort nicht nur kommuniziert, sondern auch aktiv gelebt. Das finde ich sehr wichtig.
Ausserdem schätze ich den persönlichen und unkomplizierten Austausch. Die Zusammenarbeit fühlt sich natürlich an, und genau das ist für mich die Grundlage einer langfristigen und erfolgreichen Partnerschaft.
Wofür bist du aktuell besonders dankbar?
Aktuell bin ich vor allem dankbar dafür, dass ich mein Leben so leben darf. Dass meine Leidenschaft und mein Sport zu meinem Beruf geworden sind, ist alles andere als selbstverständlich. Ich weiss, wie privilegiert ich bin, und dafür bin
ich sehr dankbar. Genauso dankbar bin ich für die Menschen, die mich täglich begleiten und unterstützen – meine Familie, mein Team und alle Menschen, die mir nahestehen. Und natürlich bin ich dankbar für die Gesundheit. Für mich ist sie das Wichtigste überhaupt. Solange man gesund ist und die Menschen um einen herum ebenfalls gesund sind, hat man die Grundlage, um seine Träume zu verfolgen und das zu tun, was man liebt.
Wenn du an die kommenden Jahre denkst: Worauf freust du dich im Sport und abseits des Schwimmbeckens am meisten?
Im Sport freue ich mich vor allem darauf, mich weiterzuentwickeln, neue Herausforderungen anzunehmen und zu sehen, wie weit ich mich noch verbessern kann. Das grösste Ziel der kommenden Jahre ist natürlich, mich für die Olympischen
Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren und dort an meinen dritten Olympischen Spielen teilzunehmen.
Ausserhalb des Schwimmbeckens gibt es ebenfalls vieles, worauf ich mich freue. Ich reise sehr gerne und hoffe, auch in Zukunft viele neue Orte entdecken zu können. Gleichzeitig möchte ich Schritt für Schritt etwas Nachhaltiges für die Zeit
nach meiner Sportkarriere aufbauen – sei es im privaten Bereich oder mit eigenen Projekten und geschäftlichen Ideen.
Grundsätzlich freue ich mich einfach darauf, weiterhin mit Leidenschaft das zu tun, was mir Freude macht, und dabei sowohl als Sportler als auch als Mensch zu wachsen.