Wenn Verbrauch sichtbar wird
Wie lässt sich ein komplexes Fernwärmenetz mit über 190 angeschlossenen Liegenschaften effizient und transparent betreiben? Die Müve Biel-Seeland AG setzt auf «NeoVac Monitoring Pro» – und profitiert von Echtzeitdaten, automatischer Fehlererkennung und maximaler Betriebssicherheit.
Seit 1981 versorgt die Müve Biel-Seeland AG die Gemeinden Biel, Brügg, Nidau und Port mit umweltfreundlicher Fernwärme. Mit einem stetig wachsenden Leitungsnetz von mittlerweile über elf Kilometern und 1’250 angeschlossenen Haushalten leistet das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen und zur Energiewende. Durch den Betrieb des Fernwärmenetzes können jährlich rund 2,9 Millionen Liter Heizöl eingespart werden.
Doch wie funktioniert das Fernwärmesystem genau? Die Wärmeversorgung erfolgt über einen geschlossenen Wasserkreislauf: Mit Dampf aus der Abfallverwertung wird das Wasser auf 80 bis 120 °C erhitzt und über das Leitungsnetz zu den Haushalten transportiert. Dort erfolgt die Übertragung der Wärme mittels Wärmetauscher auf die Heizsysteme der Kund:innen. Das auf circa 60 °C abgekühlte Wasser fliesst anschliessend zurück zur Müve Biel-Seeland AG, wo es erneut erwärmt und in den Kreislauf eingespeist wird.
Smartes Monitoring für 190 Liegenschaften
Zur Optimierung ihrer Prozesse suchte die Müve Biel-Seeland AG nach einem passenden Monitoring-Tool. «Was wir brauchten, war eine einfache Lösung, mit der wir einerseits die Verbräuche überwachen und andererseits die rund 190 angeschlossenen Liegenschaften effizient und nachvollziehbar abrechnen können», so Michael Däster, Leiter Fernwärmenetz der Müve Biel-Seeland AG. Bislang mussten die Werte der Wärmezähler durch die Kund:innen übermittelt oder vor Ort abgelesen werden – ein zeitaufwendiger Prozess.
Die Lösung: die digitale Erfassung der Verbrauchsdaten. Dank der Implementierung der LoRaWAN-Technologie konnte die Müve BielSeeland AG den Monitoring-Prozess erfolgreich umsetzen. Die NeoVac-Wärmezähler senden nun alle drei Stunden aktuelle Verbrauchsdaten, die zentral erfasst und analysiert werden. Dies ermöglicht eine präzise Abrechnung für die einzelnen Liegenschaften.
Schnelle Reaktionsmöglichkeiten
Dank «NeoVac Monitoring Pro» kann das Team der Müve Biel-Seeland AG den Energieverbrauch jeder Liegenschaft nahezu in Echtzeit erfassen und auswerten. «Besonders wertvoll ist für uns die präzise Analyse der Vor- und Rücklauftemperaturen», erklärt Michael Däster und ergänzt: «So erkennen wir Unregelmässigkeiten oder Fehlfunktionen frühzeitig und können schnell reagieren.»
Auch Johannes Krapf, Projektleiter Energy Consulting bei NeoVac, betont die Vorteile der Software: «Die Kund:innen können bei abweichenden Verbräuchen mithilfe der hochaufgelösten Daten eine Plausibilitätsprüfung durchführen und Fehler eingrenzen.» Ein weiteres Highlight ist die automatische Fehlererkennung bei der Datenübermittlung. Fällt ein Zähler aus, wird innerhalb von 72 Stunden ein Alarm ausgelöst. Eine NeoVac-Fachkraft kann das Problem dann direkt vor Ort beheben.
Ein Blick in die Zukunft
Mit «NeoVac Monitoring Pro» hat die Müve Biel-Seeland AG einen weiteren Schritt in Richtung Effizienz und Nachhaltigkeit gemacht. Die gewonnene Transparenz ermöglicht nicht nur eine exakte Abrechnung, sondern sorgt auch für eine optimale Nutzung der wertvollen Energie. Dank schneller Reaktionszeiten können Störungen frühzeitig erkannt und behoben werden, was den Kund:innen einen zuverlässigen und umweltfreundlichen Wärmeservice garantiert.
Über die Müve Biel-Seeland AG
Die Müve Biel-Seeland AG ist die thermische Kehrichtverwertungsanlage der Region Biel-Seeland und verwertet den Abfall von rund 160’000 Einwohner:innen zu Strom, Dampf und Wärme. Die Anlagen werden im Schichtbetrieb rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr betrieben.
Dabei wird für rund 7’250 Haushalte Strom produziert und für circa 1’250 Haushalte in den Gemeinden Biel, Nidau, Port und Brügg ein über elf Kilometer langes Fernwärmenetz betrieben. Mit Prozessdampf wird der anfallende Schlamm von 14 Abwasserreinigungsanlagen aus der Region ausgetrocknet und als Brennstoffersatz an Zementwerke geliefert.
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