Acht Fahrer, ein Rhythmus.
NeoVac-Servicetechniker Andreas Gerner lebt Präzision, Ausdauer und Teamgeist – im Berufsalltag ebenso wie auf der Skipiste. In seiner Freizeit fährt er im Demoteam Rorschach, das mit Formationen und perfekt abgestimmten Fahrten Schneesport auf hohem Niveau zeigt.
Im Interview erzählt Andreas, was ihn antreibt, was das Team ausmacht – und was er aus dem Skisport in den NeoVac-Alltag mitnimmt.
Ihr steht als Team am Start, vor euch der steile Hang, gleich zählt jede Bewegung: Was passiert in den letzten Sekunden vor einem Lauf in deinem Kopf?
In diesen Sekunden ist es enorm wichtig, den Fokus nicht zu verlieren. Ich gehe den Lauf im Kopf noch einmal durch – und wenns dann losgeht, bin ich zu hundert Prozent bereit für den ersten Run.
Was genau macht das Demoteam Rorschach?
Unser Fokus liegt klar auf Wettkämpfen: Wir nehmen am Swiss Snow Happening teil, der Schweizer Meisterschaft der Schneesportlehrer:innen, und starten dort in der Disziplin Formationsfahren. Entsprechend arbeiten wir als Team das ganze Jahr über gezielt an unserer Skitechnik, um uns kontinuierlich zu verbessern. Organisatorisch sind wir an die Schneesportschule Rorschach angegliedert. Diese bietet jeweils im Januar an den Wochenenden Skikurse für Kinder ab drei Jahren an.
Wie oft trainiert ihr für den Wettkampf?
Wir trainieren insgesamt etwa fünf bis sieben Tage pro Saison. Dazu gehören abendliche Skitrainings am Pizol sowie Tages- und Wochenendtrainings im Toggenburg.
Du arbeitest als Servicetechniker bei NeoVac – was nimmst du aus dem Training und dem Demoteam in deinen Berufsalltag mit?
Was ich definitiv mitnehme, ist die Fähigkeit, ruhig zu bleiben – auch wenn ich im Job einmal in eine ungewohnte Situation gerate.
Wie fühlt es sich an, wenn ihr als Team in perfekter Synchronität die Hänge hinunterfahrt?
Das löst echte Glücksgefühle aus – und es macht mich sehr stolz. Für die genaue Analyse haben wir sogar einen Drohnenpiloten dabei: Nur so sehen wir im Detail, was schon passt und woran wir im Training noch arbeiten müssen.
Was ist schwieriger für euch: die Pflichtfigur perfekt auf den Punkt zu fahren – oder eine Kür zu bauen, die Technik und Show vereint?
Puh, schwierig. Vielleicht vorab zur Einordnung: Die Pflichtfigur wird vorgegeben und muss von allen Teams gefahren werden. Die Kür hingegen stellt jedes Team selbst zusammen. Bei der Pflicht ist der Knackpunkt, dass wir sie oft erst etwa drei Monate vor dem Wettkampf kennen. Wir haben also nicht viel Zeit, um sie wirklich zu vertiefen und perfekt auszuführen. Bei der Kür liegt die Herausforderung eher darin, sie so sauber und perfekt wie möglich zu fahren – weil man dort einfacher Punkte holen kann. Unsere Kür fahren wir seit rund drei Jahren in derselben Version: Das gibt Routine, aber genau dadurch steigt auch der Anspruch.
Wenn in einer Achter-Formation ein Detail nicht passt: Wie schafft ihr es, ruhig zu bleiben und als Team weiter «zu funktionieren»?
Genau das ist die Kunst beim Formationsfahren: Wenn eine Person einen Fehler macht, dürfen sich die anderen davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Entscheidend ist, dass der Ablauf bei allen so gut sitzt, dass man kleine Patzer auffangen kann – ohne abzubrechen und ohne dass die ganze Formation auseinanderfällt. Für die Person, der der Fehler passiert ist, ist es dann vor allem wichtig, sofort wieder in den richtigen Rhythmus zu finden und sauber in die Formation zurückzukommen.
Gibt es besondere Momente oder Erlebnisse, die dir in Erinnerung geblieben sind?
Ganz klar: unsere erste Teilnahme an einem Happening. Die Vorfreude war riesig, bis wir dann zum ersten Mal am Wettkampfhang standen. Plötzlich wurde es im Team ganz still, denn der Hang war extrem steil. Mehrere Teams bestätigten uns im Nachhinein, dass dieser Hang einer der steilsten der vergangenen 15 Jahre war – wenn nicht sogar der steilste.
Was war dein bisher grösstes Highlight?
Das ist ehrlich gesagt schwierig zu beantworten, weil es so viele Highlights gibt. Wenn ich eines nennen muss, dann ist es die jährliche Teilnahme am Happening als Team. Wir sind dabei eine ganze Woche gemeinsam unterwegs, treffen auf über 1’000 Skilehrer:innen – und das jedes Mal in einem anderen Skigebiet. Dieses gemeinsame Erlebnis ist für mich jedes Jahr aufs Neue das Highlight.
Was steht in der aktuellen Saison für euch an?
In dieser Saison wollen wir vor allem eine bestimmte Punktezahl erreichen – damit würden wir uns im Mittelfeld von rund 60 Teams positionieren. Als «Exoten» treten wir mit begrenzter Trainingszeit an, weil wir alle voll berufstätig sind und das in unserer Freizeit machen.
Was möchtest du anderen durch deine Leidenschaft für den Skisport mitgeben?
Ich möchte allen, die bei mir im Unterricht sind oder mit mir über den Skisport sprechen, vor allem eines mitgeben: ganz viel Freude am Skifahren. Für mich ist Skifahren mehr als nur ein Hobby – es ist eine Lebenseinstellung.
Mehr Infos gibt es unter www.schneesport-rorschach.ch
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